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Johanneskirche: Video-Installation: „Interferenz – Das Andere der Ordnung“ von Francois Schwamborn

Wann

Fr., 17. Okt. 2025 - So., 30. Nov. 2025  
Ganztägig

Veranstaltungstyp

Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags 15:00 Uhr -18:00 Uhr

François Schwamborn zeigt mit „Interferenz – Das Andere der Ordnung“ eine audiovisuelle Installation, die den Kirchenraum in ein Feld aus Licht, Farbe und Resonanz verwandelt.

Im Mittelpunkt steht die Wahrnehmung von Farbe – nicht als bloßes visuelles Phänomen, sondern als etwas Lebendiges, als etwas, das in uns wirkt. Farben können sich gegenseitig verstärken oder neutralisieren, sie können flirren, vibrieren, sich verändern, je nachdem, in welcher Nachbarschaft sie erscheinen. Auch wenn ihre objektive Helligkeit gleich bleibt, nehmen wir sie unterschiedlich wahr. Genau dieses Wechselspiel nutzt Schwamborn: Er zeigt uns, dass Sehen immer Bewegung ist – dass Wahrnehmung nie stillsteht.

Ausgangspunkt ist das Phänomen der Farbwahrnehmung: Farben sind hier keine festen, statischen Werte, sondern dynamische Erscheinungen. Luminanzkontraste, Komplementär- und Simultaneffekte lassen die Farben gegeneinander vibrieren; feine Nuancen beginnen in bestimmten Nachbarschaften zu schwingen, sich gegenseitig zu verstärken oder aufzuheben. So entsteht eine visuelle Resonanz, in der Farbe selbst zum Ereignis wird – flüchtig, atmosphärisch und emotional wirksam.

Diese Dynamik übersetzt sich in ein geometrisches Raster aus Quadraten und Segmenten. Es ist eine Ordnung, die Halt gibt – und sich zugleich selbst aufzulösen beginnt. Formen verschieben sich, überlagern sich, geraten in Fluss. Was zunächst streng erscheint, wird plötzlich weich, atmend, lebendig. Ordnung und Chaos treten in ein Gespräch – oder vielleicht besser gesagt: in eine Resonanz zueinander.

Die Johanneskirche bietet dafür eine besondere Bühne. Ihre klare Architektur, ihre Stille und ihre Symmetrie schaffen eine Folie, auf der sich Bewegung und Auflösung umso deutlicher zeigen. Zwei Projektoren werfen ihre Bilder im Winkelversatz auf die leicht gekrümmte Apsis, sodass ein immersives Panorama entsteht.

Dirk Rausch

Fotos: (c) Ingo Rammer

 

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