Startseite » Veranstaltungen » Johanneskirche: Theatergottesdienst zur Oper „Dialogues des Carmélites“ des Saarländischen Staatstheaters

Johanneskirche: Theatergottesdienst zur Oper „Dialogues des Carmélites“ des Saarländischen Staatstheaters

Wann

So., 8. März 2026  
11:00

Veranstaltungstyp

Mit Musiktheaterdramaturgin Stephanie Schulze, Margot Genet („Blanche“), Bettina Maria Bauer („Constance“) und Carmen Seibel („Mutter Marie);

Pfarrer Herwig Hoffmann

Ein Gottesdienst, der die Grenzen des Gewohnten weitet:
Musik, Spiritualität und Oper treten in einen Dialog, der existenzielle Fragen berührt und neue Resonanzräume öffnet.
Im Zentrum steht eine live performte Szene aus Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites“. Die Oper erzählt von Frauen, die in einer Zeit politischer und persönlicher Bedrohung ihren Weg suchen: zwischen Angst und Freiheit, zwischen individueller Entscheidung und gemeinschaftlicher Verantwortung. Ihre Geschichte ist von einer Klarheit und Tiefe, die bis heute bewegt.
Im anschließenden Gespräch über die Oper kommen zentrale Themen in den Blick:
Wie leben Menschen mit ihrer Angst?
Was bedeutet Freiheit, wenn sie nicht selbstverständlich ist?Wie entsteht Gemeinschaft in Zeiten der Bedrängnis?
Und welche Rolle spielt Musik, wenn Worte allein nicht mehr tragen?
Der Gottesdienst lädt ein, diesen Fragen nachzugehen — im Hören, im Nachdenken, im gemeinsamen Feiern.
Ein Abend, der spirituelle Tiefe, künstlerische Erfahrung und existenzielle Offenheit miteinander verbindet.
Wie leben Menschen mit ihrer Angst?
Was bedeutet Freiheit, wenn sie nicht selbstverständlich ist?
Wie entsteht Gemeinschaft in Zeiten der Bedrängnis?
Und welche Rolle spielt Musik, wenn Worte allein nicht mehr tragen?
Der Gottesdienst lädt ein, diesen Fragen nachzugehen — im Hören, im Nachdenken, im gemeinsamen Feiern.
Ein Gottesdienst, der spirituelle Tiefe, künstlerische Erfahrung und existenzielle Offenheit miteinander verbindet.

Foto: Pedro Malinowski

zur Oper:

Zum ersten Mal ist eine der außergewöhnlichsten französischen Opern des 20. Jahrhunderts am Saarländischen Staatstheater zu erleben: Dialogues des Carmélites von Francis Poulenc. Ein Werk, das fast ausschließlich Frauenpartien anvertraut ist, ohne Liebesgeschichte auskommt und musikalisch bewusst aus der Zeit zu fallen scheint. 1957 uraufgeführt, setzt Poulenc die intimen Gespräche seiner Nonnen in durchgehend tonale Musik und verhandelt darin Grundfragen des Daseins: die Fragilität des Lebens, die Angst vor dem Sterben und die Rolle von Gemeinschaft in Zeiten äußerer Bedrohung.

Der Stoff geht zurück auf eine brutale Episode der Französischen Revolution. Unter dem Terrorregime wurden am 17. Juni 1794 in Paris 16 Karmelitinnen hingerichtet, da sie an ihrem Gelübde festhielten. Ihr Schicksal verarbeitete die deutsche Autorin Gertrud von Le Fort 1931 in der Novelle Die Letzte am Schafott, die der französische Schriftsteller Georges Bernanos zu einem Drehbuch adaptierte, das wiederum Vorlage für Poulencs Libretto wurde. Protagonistin ist die junge Adlige Blanche de la Force, die seit ihrer Geburt unter extremen Ängsten leidet. Während der Revolutionswirren beschließt sie, in den Karmel einzutreten. Die Gemeinschaft der Frauen bietet ihr zunächst einen Schutz- und Begegnungsraum. Als die Revolutionsgarden drohen, das Kloster aufzulösen, schwören sich die Schwestern auf das Martyrium ein. Vor ihrer Verhaftung gelingt Blanche die Flucht. Als die Frauen das „Salve Regina“ singend nacheinander das Schafott betreten, kehrt Blanche zurück und überwindet ihre Angst.

In ganz auf die Figuren fokussierten Bildern nimmt die Inszenierung von Regisseur und Generalintendant Michael Schulz ihre existenziellen Überzeugungen und Zweifel, ihre Solidarität und Opferbereitschaft in den Blick. Die farbenreiche, dichte Partitur entfaltet unter Generalmusikdirektor Sébastien Rouland seine unaufhaltsam vorwärtsdrängende Kraft – bis zum erschütternden Finale.

Foto: Margot Genet (Blanche) © Jennifer Hörr

 

Nach oben scrollen