Vincent Dubois gehört zur internationalen
Spitze seines Fachs. Nach einer umfassenden
Ausbildung am Conservatoire National Supé
rieur de Musique in Paris, die er mit höchsten
Auszeichnungen absolvierte, errang er bedeu
tende Preise bei internationalen Orgelwettbe
werben in Calgary und Toulouse. Seit 2016
bekleidet er die angesehene Position eines
Titularorganisten an Notre-Dame de Paris –
einer Orgeltradition, die eng mit der Entwick
lung der französischen Orgelkunst verbunden
ist.
Das Programm dieses Abends spannt einen
eindrucksvollen Bogen vom norddeutschen
Hochbarock bis zur französischen Spätroman
tik und Frühmoderne. Mit Bachs Präludium
und Fuge in h-Moll BWV 544 eröffnet Dubois
den Abend mit einem Meisterwerk kontra
punktischer Strenge und architektonischer
Klarheit. César Francks Choral Nr. 1 in E-Dur,
ein Schlüsselwerk der französischen Orgel-
romantik, vereint lyrische Innigkeit mit sym
phonischer Fülle. Die Élégie von Gabriel Fauré,
von Dubois selbst für Orgel bearbeitet, steht
exemplarisch für die impressionistische Klang
sprache des Fin de Siècle.
Mit Louis Viernes Carillon de Westminster
erklingt eines der virtuosesten Orgelstücke
der französischen Schule: ein monumentales
Glockenspiel, das den Big-Ben-Schlag in eine
orgelklangliche Phantasie überführt. Die
Bearbeitung der Danse macabre von Camille
Saint-Saëns (in der legendären Fassung von
Edwin Lemare) transponiert ein Orchester
stück von sinistrer Tanzlust auf die Orgel. Den
Abschluss bilden Marcel Duprés Variations sur
un Noël, ein Paradebeispiel für die französi
sche Orgelimprovisationskunst, in dem eine
schlichte Weihnachtsweise in funkelnde har
monische und rhythmische Facetten aufge
spalten wird.
Allen Stücken gemeinsam ist ihre klangliche
Opulenz, die reiche Harmonik und die
enorme technische Herausforderung: Sie ver
langen nicht nur höchste Virtuosität, sondern
auch ein feines Gespür für Farben und Klang
räume – eine Kunst, die Vincent Dubois meis
terhaft beherrscht. Freuen Sie sich auf einen
Abend voller klanglicher Pracht, festlicher
Orgelklänge und meisterhafter Musikalität.
Herzliche Einladung – der Eintritt ist frei, um
eine Spende wird gebeten!
