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Johanneskirche: Orgelabend mit Joachim Fontaine zu Musik von Desiré d’Antalffy

Wann

So., 20. Sep. 2026  
19:30

Veranstaltungstyp

Eine einzigartige Karriere zwischen Europa und Amerika, zwischen klassischer Ausbildung und der neuen Zeit von Film und Theater: Desiré d’Antalffy – so sein deutscher Künstlername – alias Dezső Antalffy-Zsiross (1885-1945) gehört zur spannenden Generation von Komponisten und Virtuosen um die Jahrhundertwende 1900, zwischen Romantik und Moderne.

Aus seiner Heimat in Ungarn ging er zunächst zum Studium bei den großen Namen seiner Zeit: zu Hans Koessler, dem Lehrer Bartóks und Kodálys in Budapest, zu Max Reger und Karl Straube in Leipzig, zu dem italienischen Virtuosen und Komponisten Enrico Bossi in Bologna. Auch Charles Marie Widor und die titulaires französischer Kathedralen zählten zu Antalffys Freunden. Diese so verschiedenen „starken“ Vorbilder aber ließen Antalffy nicht zum Multikulti-Epigonen werden, sondern einen ganz eigenen Stil entwickeln, jenseits des Üblichen, was man bis dahin in Liturgie und Konzertsaal kannte: etwa seine „symphonische Dichtungen“ über Arnold Böcklins Gemälde Die Toteninsel oder über Negro Spirituals – wohl bemerkt: komponiert für die Orgel.

Antalffys Karriere verlief – wie die von Antonin Dvořák – zwischen Europa (wo er als Professor und Domorganist in Budapest wirkte) und der Neuen Welt. Gerade Amerika lockte damals mit lukrativen und künstlerisch spannenden Aufgaben, in seinem Fall waren es junge Hochschulen wie die in Rochester, aber auch die Kinopaläste und Concert Halls, darunter die legendäre Radio City Music Hall im Herzen New Yorks. Seine Werke wurden zu Lebzeiten von namhaften Musikverlagen rund um den Globus gedruckt, in Deutschland (Breitkopf, Universal), Frankreich (Leduc, Salabert), Italien (Ricordi) und den USA (Schirmer).

Joachim Fontaine wird – im Kontext einiger Zeitgenossen „zwischen Romantik und Moderne“ – auch eine Auswahl von Antalffys eigenen Werken vorstellen, darunter die singulären Sketches on Negro Spirituals, wohl das erste symphonische Orgelwerk, das klassische afroamerikansiche Melodien mit der Harmonik und Virtuosität eines Reger oder Widor paart, in einer Musiksprache, die zum Vorbild der cinema und theatre organists weltweit wurde.

Wie in der Orgelabendreihe gewohnt, beginnt das Konzert um 19.30 Uhr bei freiem Eintritt. Am Ausgang sammeln „Die Freunde der Orgel- und Kirchenmusik“ Spenden für die Konzertreihe.

Foto: (c) Christian Schu

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